Dudelsäcke
Foto: Musikinstrumentenmuseum Lißberg
Die Entwicklung der Musikinstrumente von Michael Praetorius bis zur Gegenwart ist der thematische Schwerpunkt des Museums, das seine umfangreiche Sammlung seit 1990 im ehemaligen Lißberger Schulhaus neben der Kirche präsentiert. Das Museum wurde anlässlich des 50. Geburtstages des Frankfurter Instrumentenbauers und -sammlers Kurt Reichmann eröffnet, die meisten Instrumente stammen aus seinem Besitz. Ausgehend von Praetorius’ Werk „Syntagma Musicum“ (1619) ist die Ausstellung historischer Musikinstrumente nach Instrumentenfamilien gegliedert. Vergrößerte Kupferstiche ermöglichen historische Vergleiche und Einblicke in die Entwicklungsstadien einzelner Instrumente. Ergänzend stehen Hörbeispiele zur Verfügung, aber auch Instrumente, die an einem nachgebauten Renaissance-Musiziertisch ausprobiert werden können.
Den Mittelpunkt der Ausstellung bildet eine bedeutende Drehleier- und Dudelsacksammlung mit rund 130 Exponaten. Neben Leiern aus Schweden, Russland und anderen osteuropäischen Ländern ist auch eine weitere Besonderheit zu sehen: das fünfrädrige „Nürnbergisch Geigenwerk“. Seit der Renaissance bis zur heutigen Zeit werden französische Drehleiern gebaut, deren Glanzzeit im 18. Jahrhundert lag, als das Instrument der Bauern und fahrenden Leute bei Hofe beliebt wurde. Dass der klangverwandte Dudelsack nicht ausschließlich schottischen Ursprungs ist, belegen zahlreiche Objekte aus unterschiedlichen Ländern. So sind neben deutschen, polnischen, spanischen oder italienischen Exemplaren auch Instrumente aus Nordafrika oder Ägypten zu sehen.
Eines der wertvollsten Stücke der Sammlung ist die mit einem Blasebalg ausgestattete höfische Musette von Chedeville aus dem 18. Jahrhundert. Zu den Raritäten zählen in der Ausstellung Dulcaina, Bassanello, Tartölt und eine Orgelleier sowie eine tibetanische Menschenknochenflöte, die zur ethnologischen Instrumentensammlung gehört.
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